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Oberlausitz
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Die Oberlausitz, oberlausitzisch: Ăberlausitz, obersorbisch (niedersorbisch GĂłrna ĆuĆŸyca, tschechisch HornĂ LuĆŸice, polnisch ĆuĆŒyce GĂłrne, schlesisch Aeberlausitz), ist eine ursprĂŒnglich politisch eigenstĂ€ndige Region, die heute zu etwa 67 % zu Sachsen sowie 30 % zu Polen und 3 % zu Brandenburg gehört. In Sachsen umfasst die Oberlausitz etwa die Landkreise Görlitz und Bautzen mit einer nördlichen Grenze zwischen Hoyerswerda und Lauta und in Brandenburg den sĂŒdlichen Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz um die Stadt Ruhland sowie einige Orte östlich und sĂŒdlich davon. Der seit 1945 polnische Teil der Oberlausitz zwischen den FlĂŒssen Queis im Osten und der Lausitzer NeiĂe im Westen gehört administrativ zur Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch DolnoĆlÄ
skie); nur ein kleiner Zipfel um ĆÄknica (Lugknitz) gehört zusammen mit dem polnischen Teil der Niederlausitz zur Woiwodschaft Lebus. Im SĂŒden entspricht die Grenze der Oberlausitz der sĂ€chsisch-tschechischen Grenze von Steinigtwolmsdorf im Westen bis nach Zittau und östlich davon der polnisch-tschechischen Grenze bis zur Tafelfichte.
Die alte Hauptstadt der Oberlausitz ist Bautzen. GröĂte Stadt der Region ist aber das zwischen Deutschland und Polen geteilte Görlitz-Zgorzelec. Ihren Namen hat die Oberlausitz Ende des 15. Jahrhunderts von ihrem nördlichen Nachbarland Niederlausitz bekommen. UrsprĂŒnglich wurde nur dieses Lausitz genannt, was sich vom dort lebenden slawischen Volksstamm der Lusici ableitete (vom alten sorbischen Wort Ćug fĂŒr Sumpf). Das Gebiet der jetzigen Oberlausitz trug zunĂ€chst den slawischen Namen Milska, benannt nach den ebenfalls slawischen Milzenern. SpĂ€ter, um 1410, wurde der Name Lausitz auch fĂŒr das Land Budissin ĂŒbernommen. Von da an unterschied man zwischen Ober- und Niederlausitz. In beiden Lausitzen ist das westslawische Volk der Sorben beheimatet.
Die gelbe oder goldene dreigezinnte Mauer auf blauem Grund im Wappen der Oberlausitz ist historisch dem Wappen der Stadt Bautzen entlehnt. Bautzen vertrat den Oberlausitzer SechsstĂ€dtebund nach auĂen hin, wodurch Wappen und Siegel der Stadt mit der Zeit als Hoheitszeichen der SechsstĂ€dte und spĂ€ter ihres gesamten Landes anerkannt wurden.
Contents
âą Klima
âą Einwohner
âą Geschichte
⹠SechsstÀdtebund
âą Hussitenkriege
âą Reformation
âą Zur Geschichte
âą Kultur
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie und Natur
Geomorphologisch wird die Oberlausitz durch das einheitliche Lausitzer Granitmassiv geprĂ€gt; lediglich der Norden und Nordosten ist pleistozĂ€n geformt. Der Norden des Landes wird vom flachen Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet eingenommen. Die UNESCO hat den zentralen Teil dieses Naturraumes 1996 zum BiosphĂ€renreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft erklĂ€rt â insbesondere zum Schutz des Fischotters. Der mittlere Teil ist hĂŒgelig, wĂ€hrend der SĂŒden vom Lausitzer Bergland geprĂ€gt ist. Die höchsten Erhebungen des heute deutschen Teils der Oberlausitz befinden sich im Zittauer Gebirge, einem Teil des Lausitzer Gebirges, welches sich jedoch gröĂtenteils in Tschechien befindet. Die wichtigsten Berge der Oberlausitz sind: Lausche (793 m), Hochwald (749 m), Landeskrone (420 m), Löbauer Berg (448 m), Kottmar (583 m), Czorneboh (561 m), Bieleboh (499 m), Valtenberg (587 m) und Mönchswalder Berg (447 m). Der höchste Punkt der historischen Oberlausitz liegt mit 1072 m etwa 500 m nordöstlich des Gipfels am Hang der Tafelfichte im DreilĂ€ndereck OberlausitzâSchlesienâBöhmen, der niedrigste Punkt mit 92 m am ehemaligen Zusammenfluss der Grenzpulsnitz und der Schwarzen Elster (ElsterbrĂŒcke zwischen Lauchhammer-West und Schraden) auf der Gemarkung Tettau OL, westlich von Ruhland OL.cite-ref-1[1]
Alle gröĂeren FlĂŒsse der Oberlausitz flieĂen von SĂŒden nach Norden. Im Westen bildete die Pulsnitz frĂŒher die Landesgrenze zu Sachsen. Die Spree nimmt ihren Ausgang ganz im SĂŒden des Landes und flieĂt durch Bautzen. Die Lausitzer NeiĂe (poln. Nysa ĆuĆŒycka) bildet heute die deutsch-polnische Grenze. Sie entspringt im böhmischen Isergebirge, tritt nahe Zittau auf Oberlausitzer Gebiet, durchflieĂt Görlitz und verlĂ€sst das Land bei Bad Muskau in Richtung Niederlausitz. Die meisten kleineren FlieĂgewĂ€sser sind als âWasserâ benannt, oft in Kombination mit einem durchflossenen Ort. AuffĂ€llig sind die Skala genannten felsigen EngtĂ€ler einiger FlieĂgewĂ€sser wie dem Hoyerswerdaer Schwarzwasser oder dem Löbauer Wasser. Sie haben sich wĂ€hrend der Elsterkaltzeit in der hĂŒgeligen Zone vor dem Bergland tief in den anstehenden Fels eingeschnitten.
Die Ostgrenze der alten Oberlausitz wurde vom Queis markiert, der auch an Lauban vorbeiströmt und weiter nördlich auf schlesischem Gebiet in den Bober mĂŒndet. Besonders das mittlere offene HĂŒgel- und Gefildeland zwischen Kamenz und Löbau mit Bautzen im Zentrum, das Oberlausitzer Gefilde, war gut fĂŒr die Landwirtschaft geeignet und ist heute noch sehr ertragreich.
Im 19. Jahrhundert wurde in der nördlichen Oberlausitz und im Osten zu beiden Seiten der NeiĂe und um Hoyerswerda herum Braunkohle gefunden. Besonders der Abbau im Tagebau hat groĂe Teile der alten Kulturlandschaft zerstört. Derzeit wird noch in den Tagebauen Nochten und Reichwalde sĂŒdlich von WeiĂwasser/Oberlausitz sowie im polnischen Teil bei Bogatynia im Tagebau TurĂłw Kohle gefördert. Viele der alten Braunkohletagebaue wurden seit den 1970er Jahren rekultiviert, wobei vor allem nach 1990 besonders viel Wert auf die Rekultivierung und Neugestaltung der Abbau- und Industrielandschaft gelegt wird. Die dabei neu entstandenen und entstehenden Seen werden bereits als Lausitzer Seenland bezeichnet (siehe auch: Lausitzer Braunkohlerevier).
Klima
Das Klima der Oberlausitz ist mild bis warmgemĂ€Ăigt und niederschlagsreich (Bautzen: 599 mm pro Jahr). Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen-Geiger beschreibt die Region als âCfbâ.cite-ref-2[2] Die menschengemachten KlimaverĂ€nderungen sind auch in der Oberlausitz deutlich spĂŒrbar. Zwischen 1990 und 2010 ist die Jahresmitteltemperatur im Landkreis Bautzen von 8,7 Grad Celsius um 0,6 Grad auf 9,3 Grad gestiegen; im selben Zeitraum ist die Anzahl der Sommertage (Tage mit Temperaturen ĂŒber 25 Grad) von 34 auf 41 Tage gestiegen.cite-ref-saechs-3747509-3-0[3] Trockenheitsperioden haben in Sachsen statistisch insgesamt zugenommen; die Oberlausitz ist davon ĂŒberdurchschnittlich betroffen.cite-ref-saechs-3747509-3-1[3] Zwar haben sich in der Oberlausitz die jĂ€hrlichen Niederschlagsmengen im Rahmen der Klimakrise kaum verĂ€ndert; sie sind nun aber anders verteilt: So regnet es im FrĂŒhjahr weniger und im Sommer kommt es vermehrt zu Starkregen. Dies fĂŒhrt zu spĂŒrbaren Problemen in der Landwirtschaft und verheerenden Ăberschwemmungen durch ĂŒbertretende BachlĂ€ufe.cite-ref-saechs-3747509-3-2[3]
Einwohner
In der Oberlausitz leben heute etwa 780.000 Menschen, knapp 157.000 davon im polnischen Teil östlich der NeiĂe. Ein Teil des Landes gehört zum Siedlungsgebiet der Sorben. Zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda sprechen etwa 20.000 Menschen Sorbisch. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war die Einwohnerschaft der Gebiete nördlich der Linie BischofswerdaâWilthenâLöbauâGörlitz ĂŒberwiegend sorbischsprachig. Aber auch die deutsche Bevölkerung vor Ort ist kulturell nicht homogen. Die kulturellen Grenzen lassen sich recht gut an den unterschiedlichen Dialektregionen ausmachen. WĂ€hrend im Bautzener Gefilde nahezu Hochdeutsch gesprochen wird, spricht der SĂŒden (â Lausitzer Bergland) die Oberlausitzer Mundart. Im Osten (â Ăstliche Oberlausitz) hingegen wird teilweise noch Schlesisch gesprochen, und im Norden hört man die Niederlausitzer Mundart. Die gröĂte Verdichtung der Bevölkerung weist die deutsch-polnische Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec auf. Hier leben zurzeit ca. 85.000 Einwohner, davon ca. 30.000 im polnischen Teil.
Durch einen nach der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 einsetzenden Trend der Abwanderung, besonders junger Einwohner und oftmals bedingt durch mangelnde berufliche Perspektiven, und eine gleichzeitige geringe Geburtenrate, ist die deutsche Bevölkerung der Oberlausitz teils stark ĂŒberaltert. Derzeit (Stand 2020) hat die Schlesische Oberlausitz 35.369 Kirchenmitglieder, das entspricht nur noch 17 % der Gesamtbevölkerung.cite-ref-4[4]
Auch die polnische Oberlausitz ist, abgesehen von Zgorzelec, LubaĆ (Lauban) und Bogatynia (Reichenau), dĂŒnn besiedelt. Das Gebiet gehört zu den strukturschwachen Regionen Polens. Nur das Kohlekraftwerk TurĂłw (TĂŒrchau) bietet in gröĂerem Umfang IndustriearbeitsplĂ€tze.
Geschichte
Ur- und FrĂŒhgeschichte
Nach dem gegenwĂ€rtigen Stand der ur- und frĂŒhgeschichtlichen Forschung ist das Gebiet der Oberlausitz bereits von JĂ€gern der Mittelsteinzeit genutzt worden. FĂŒr das Neolithikum lĂ€sst sich die Kultur der Stichbandkeramik nachweisen, gefolgt von der Trichterbecherkultur, der Kugelamphoren-Kultur und dann der Schnurkeramischen Kultur des Endneolithikums. Das keramische Formenspektrum der Schnurkeramik lĂ€sst sich auch noch in der Bronzezeit, die mit der Aunjetitzer Kultur beginnt, beobachten. Ist die Bevölkerungszahl wĂ€hrend des Neolithikums aufgrund der Sesshaftigkeit bereits stark angestiegen, so wird durch das neue kulturprĂ€gende Material Bronze ein weiterer Entwicklungsschub befördert. Mit der mittleren Bronzezeit bildet sich im Bereich der Ober- und Niederlausitz die Lausitzer Kultur heraus. An die Lausitzer Kultur schlieĂt sich die eisenzeitliche Billendorfer Kultur an.
FĂŒr die jĂŒngere Bronzezeit lassen Funde einen Weg erkennen, der die Siedlungsgebiete um Bautzen und Zittau verbindet. An diesem Weg hat die befestigte Höhensiedlung auf dem Schafberg bei Löbau im 10. Jahrhundert v. Chr. eine besondere Rolle gespielt. Eine weitere bedeutende Höhensiedlung der Bronze- und Eisenzeit entstand auf dem Felsen ĂŒber der Spree, im heutigen Bautzener Altstadtgebiet.
Slawische Landnahme
Die Landnahme durch die Slawen setzte seit dem 7. Jahrhundert in den Altsiedellandschaften ein. Im Gebiet zwischen den heutigen StĂ€dten Kamenz und Löbau lieĂ sich der Stamm der Milzener nieder. Ihr Zentrum war die Burgsiedlung an der Stelle der heutigen Ortenburg in Bautzen. Auch im NeiĂetal hat es schon frĂŒh eine slawische Besiedlung gegeben. Die bĂ€uerliche sorbische Bevölkerung errichtete zahlreiche Burgwallanlagen, die einerseits Stammesmittelpunkte und Fluchtburgen, andererseits aber bereits die Wohnsitze des slawischen Adels waren, was auf frĂŒhfeudale EntwicklungsansĂ€tze hindeutet.
Deutsche Ostsiedlung
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Hauptartikel
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Hochmittelalterliche Ostsiedlung
Die selbstĂ€ndige Entwicklung der Milzener wurde im 10. Jahrhundert durch die deutsche Ostexpansion unterbrochen. König Heinrich I. leitete mit seinen KriegszĂŒgen von 921/922 und 928/929 die Periode der militĂ€rischen Unterwerfung der Sorben ein. Die Milzener wurden 932 zu Tributzahlungen gezwungen. Nach 936 konnten sie infolge der nach Heinrichs Tod ausbrechenden Spannungen die Fremdherrschaft wieder abschĂŒtteln. Erst um 990 konnte Markgraf Ekkehard I. von MeiĂen die Milzener unterwerfen. Alle wichtigen Ringwallburgen in den Grenzgebieten wurden ausgebaut und als Ausgangspunkt fĂŒr weitere Eroberungen vorbereitet. An die Stelle der Milzenerburgen traten deutsche Burgwarde (1006 erstmals erwĂ€hnt) wie die Ortenburg in Bautzen oder die Burgen in Doberschau und Göda. Im Jahre 1002 erwĂ€hnte Thietmar von Merseburg erstmals die Stadt Bautzen. Kirchlich war die Oberlausitz dem 968 gegrĂŒndeten Bistum MeiĂen zugeordnet worden. Im Jahr 1007 erhielt das Bistum die erste Schenkung im Milzenerland, die Burgen Ostrusna (vermutlich Ostritz) und Godobi (Göda). FĂŒr 1091 ist eine weitere Schenkung an die MeiĂner Kirche bezeugt. Kaiser Heinrich IV. ĂŒbereignete ihr fĂŒnf weitere Dörfer im Gau Milsca (Milzenerland), vier davon sĂŒdlich von Göda.
Bald wurde die deutsche Herrschaft vom erstarkenden polnischen Feudalstaat bedroht, der sein Expansionsstreben nach Westen richtete. 1002 erzwang Herzog BolesĆaw I. Chrobry (der Tapfere) vom deutschen König Heinrich II. die Belehnung mit dem Gau Milsca. Im Frieden von Bautzen, der am 30. Januar 1018 zwischen den beiden Herrschern nach mehreren wechselhaften und erbitterten KriegszĂŒgen geschlossen wurde, verblieben das Milzenerland und die Mark Lausitz (die heutige Niederlausitz) zunĂ€chst beim Herzogtum Polen, lehnsfrei. Erst 1031 kam es nach dem Sieg König Konrads II. ĂŒber den polnischen König Mieszko II. Lambert erneut unter die Herrschaft der MeiĂener Markgrafen.
1076 ĂŒbertrug König Heinrich IV. das Bautzener Land Herzog Vratislav II. von Böhmen als Reichslehencite-ref-5[5], nachdem es wegen seiner Reichsgutpolitik mit dem sĂ€chsisch-thĂŒringischen Regionaladel, darunter auch mit dem MeiĂener Markgrafen, Auseinandersetzungen gegeben hatte. Der Schwiegersohn des böhmischen Herzogs, Graf Wiprecht von Groitzsch, fĂŒhrte von 1084 bis 1108 die Regierung ĂŒber das Milzenerland selbstĂ€ndig von der Ortenburg aus. FĂŒr das Jahr 1144 ist belegt, dass die provincia Zagost, das sĂŒdöstlich von Görlitz gelegene Gebiet um Seidenberg, Teil des Landes Budissin war. Auch in dieser Region war das Bistum MeiĂen mit Besitz ausgestattet worden. Damit hatte das spĂ€ter âOberlausitzâ genannte Land seine gröĂte Ausdehnung nach Osten schon im 12. Jahrhundert erreicht, und der Queis blieb auf Dauer die Grenze zu Schlesien.
1156 ging Kaiser Friedrich I. Barbarossa ein BĂŒndnis mit dem böhmischen Herzog Vladislav II. ein. DafĂŒr versprach er ihm neben der Königskrone die Belehnung mit der Burg und dem Land Budissin; beides wurde zwei Jahre spĂ€ter in die Tat umgesetzt. Damit begann die erste dauerhafte böhmische Periode in der Geschichte der Oberlausitz, die sich fĂŒr die Entwicklung des Landes als folgenreich erweisen sollte.
Im ersten Jahrhundert der böhmischen Herrschaft entstanden alle bedeutenden StĂ€dte der Oberlausitz (Bautzen erhielt die Stadtrechte 1240, Görlitz 1303), und auch alle bedeutenden kirchlichen Institutionen des Landes wurden in dieser Zeit gegrĂŒndet. Bischof Bruno II. richtete zwischen 1213 und 1218 das Kollegiatstift St. Petri in Bautzen ein, das auch von König PĆemysl Ottokar I. und seinen Nachfolgern reich dotiert wurde; Königin Kunigunde stiftete 1234 das Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal, das 1244 der Diözese Prag unterstellt wurde, und Bernhard von Kamenz grĂŒndete 1248 das zweite Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern.
Durch Rodungen wurde seit etwa 1100 vor allem durch sorbische Bauern das Kulturland erweitert. In dieser Zeit entstanden neue Orte im Gebiet um Hoyerswerda. Unter den böhmischen Königen intensivierte sich Mitte des 12. Jahrhunderts der Landesausbau in der Oberlausitz, der von den Königen und den MeiĂener Bischöfen im Wettbewerb betrieben wurde. Im Rahmen der deutschen Ostsiedlung wurden deutsche Bauern ins Land geholt; diese rodeten groĂe Waldgebiete und legten zahlreiche neue Dörfer an. Nicht selten wurden auch sorbische Weiler durch deutsche Siedler erweitert. Die neu angesiedelten Bauern waren rechtlich besser gestellt als die alteingesessene slawische Bevölkerung. Die Masse der sorbischen Bauern waren Hörige und Leibeigene, die Fronarbeit verrichten mussten; so blieb es im Altsiedelland auch nach der deutschen Eroberung. Weil die Herrschaftsgebiete der Adligen erst durch Rodung einen Wert bekamen, erhielten die deutschen Siedler ihre BauerngĂŒter demgegenĂŒber als Erbe. Sie mussten nur geringe Zinsen an die Grundherren zahlen und wenige Dienste fĂŒr sie verrichten. Auch hatten sie mehr Boden zur VerfĂŒgung als die Bauern im sorbischen Altsiedelgebiet. Die neuen (meist deutschen) Dorfgemeinden konnten ihre Angelegenheiten auĂerdem relativ autonom regeln. Soweit sorbische Bauern beim Landesausbau beteiligt waren, genossen sie auch immer dieselben Rechte und Privilegien wie die deutschsprachigen Kolonisten.
Durch Einwanderung aus den westlich der Elbe gelegenen Regionen war mit der Zeit ein eigener Oberlausitzer Adel entstanden. Dieser hielt das Land fĂŒr den König oder den Markgrafen unter Kontrolle und bekam als Gegenleistung Lehen zugewiesen. Der Adel bestand nur aus solchen Lehensleuten, denn nach der Eroberung gehörte das ganze Land dem König. Freie Landherren mit Allodialbesitz, die in Böhmen den gröĂten Teil des Adels ausmachten, gab es im Land Budissin nicht. Die Entstehung eines Ministerialadels war in der Oberlausitz unmöglich, da es hier zu keiner Zeit eine Hofhaltung des Landesherren und damit auch keine Dienstmannen gegeben hat. 1241 wurden die Grenzen zwischen den Besitzungen des Bistums MeiĂen und der Krone Böhmens in der Oberlausitzer Grenzurkunde vertraglich geregelt.
Zwischen 1253 (Tod König Wenzels I.) und 1262 (erste bekannte askanische Urkunde) waren die Askanier in den Besitz des Landes Budissin gelangt. Weder der genaue Zeitpunkt der Erwerbung noch die Rechtsform des Besitzes â Lehen, Heiratsgut oder Pfandherrschaft â lassen sich mit Sicherheit feststellen. Mit der Einsetzung von Landvögten als Stellvertreter des Landesherren schufen die Askanier das bedeutendste landesherrliche Amt in der Oberlausitz. Im Prinzip wurden die Befugnisse der Burggrafen und Landrichter aus der böhmischen Zeit in einer Hand vereinigt und sogar noch erweitert. Der Landvogt war als Stellvertreter des Landesherrn der höchste Beamte. Er entschied in Lehenssachen, stand dem obersten Gericht vor und war militĂ€rischer Oberbefehlshaber. Im GroĂen und Ganzen blieben die grundlegenden Befugnisse der Landvögte bis nach dem DreiĂigjĂ€hrigen Krieg erhalten, wobei sich in dieser langen Zeit die Verwaltungspraxis öfters Ă€nderte.
WĂ€hrend der Herrschaft der Askanier war die von Markgraf Otto IV. von Brandenburg 1268 vorgenommene Teilung der Oberlausitz in die LĂ€nder Bautzen (Budissin) und Görlitz das bedeutendste Ereignis. Die nur bis 1329 reichende SelbstĂ€ndigkeit der beiden LĂ€nder, die in Gestalt des Herzogtums Görlitz zwischen 1377 und 1396 noch einmal auflebte, hatte dauerhaft zur Zweiteilung der adligen Landesgemeinde und der Verwaltung gefĂŒhrt. Im Land Görlitz wurden fortan eigene ZusammenkĂŒnfte des Adels abgehalten, und dies blieb auch nach der Wiedervereinigung beider LĂ€nder so. Görlitz gewann als Mittelpunkt des östlichen Landesteils rasch an Bedeutung und entwickelte sich zur wirtschaftlich stĂ€rksten Stadt der gesamten Oberlausitz.
Nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier 1319 beanspruchten die FĂŒrsten der benachbarten Territorien, darunter auch der böhmische König Johann aus dem Hause Luxemburg, die Oberlausitz fĂŒr sich und bereiste sie öfter. Nach der den Oberlausitzer StĂ€nden nahestehenden historiographischen Tradition haben diese sich âum Schutzes willen, freywillig und ungezwungen König Johanni Lucemburgico ergebenâ, was sich aber nicht sicher nachweisen lĂ€sst. Jedenfalls wurde der König von Böhmen 1319 von Kaiser Ludwig IV. mit dem Land Bautzen belehnt; die östliche LandeshĂ€lfte fiel dagegen als Heiratsgut an Heinrich I., Herzog von Jauer, der das Land Görlitz (mit Ausnahme der Gegend um Lauban) 1329 an den böhmischen König abtrat. Im selben Jahr inkorporierte Johann terra et civitas goerlic der Krone Böhmen. Das heiĂt, die Oberlausitz wurde staatsrechtlich eng und dauerhaft mit dem Königreich Böhmen verbunden und galt als ein Nebenland der Krone, ohne dass seine innere Ordnung angetastet worden wĂ€re.cite-ref-6[6] 1350 erkannte Kaiser Karl IV. in Bautzen die Rechte der Wettiner und Wittelsbacher auf Brandenburg und die Niederlausitz an. Diese wiederum anerkannten seine AnsprĂŒche auf die Oberlausitz und huldigten ihm als Reichsherrscher, was ihn jedoch nicht hinderte, seinen Einfluss auf die beiden Nachbarterritorien auszudehnen.cite-ref-7[7]
SechsstÀdtebund
1346 grĂŒndeten die fĂŒnf königlichen StĂ€dte der Oberlausitz Bautzen, Lauban, Löbau, Görlitz, Kamenz und das damals noch böhmische Zittau den SechsstĂ€dtebund. Die vereinigten KrĂ€fte der StĂ€dte sollten den Landfrieden sichern und gegen das adlige Raubrittertum vorgehen. Dies war auch im Sinne des Landesherren, Kaiser Karl IV., der die StĂ€dte mit zahlreichen Privilegien unterstĂŒtzte. Die SechsstĂ€dte konnten sich insoweit in der Folgezeit erfolgreich gegen den Adel durchsetzen. Mit ihrer wirtschaftlichen ProsperitĂ€t stieg auch ihr politischer Einfluss. Sie konnten durch den Ankauf zahlreicher Dörfer in den folgenden 200 Jahren einen bedeutenden Anteil des flachen Landes unter die direkte Herrschaft der StadtrĂ€te bringen. AuĂerdem setzten sie ihre Gerichtshoheit ĂŒber den Adel in ihrem Weichbild durch. Immer wieder kam es in den StĂ€dten zu Streitigkeiten um die Besetzung der StadtrĂ€te und zu Unruhen unter den Handwerkern, die sich gegen die Kaufleute wandten, so 1347 in Görlitz, das sich zur wichtigsten Handelsstadt zwischen Erfurt und Breslau entwickelt hatte,cite-ref-8[8] oder 1405 in Görlitz und in Bautzen. König Wenzel IV. lieĂ 1408 im Rahmen einer Strafaktion (das âBautzener Blutgerichtâ) 15 Personen, darunter den BĂŒrgermeister Fritz Flicker, auf dem Bautzener Marktplatz hinrichten, zeigte sich aber anschlieĂend in Görlitz durch Geschenke und Huldigungen des SechsstĂ€dtebundes besĂ€nftigt.cite-ref-9[9]
Hussitenkriege
Als in Böhmen Anfang des 15. Jahrhunderts die hussitische Revolution ausbrach, stellte sich die Oberlausitz gegen diese Reformation in Böhmen. Im BĂŒndnis mit Kaiser Sigismund und den Niederlausitzern fĂŒhrte man Krieg gegen die Heere der Hussiten. Kamenz, Reichenbach, Löbau, Zittau und Lauban wurden von den Hussiten erobert und verwĂŒstet. Nur die beiden gröĂten StĂ€dte Bautzen und Görlitz konnten den Belagerungen 1429 und 1431 standhalten. Durch den Krieg lockerten sich die Bindungen der Oberlausitz an die Böhmische Krone. Aufgrund der SchwĂ€che des Königtums Böhmen konnten die StĂ€nde des Markgraftums ihre inneren Angelegenheiten weitgehend ohne königliche Eingriffe regeln. Bezeichnend ist, dass nicht mehr alle sechs StĂ€dte 1438 dem König Albrecht II. von Böhmen huldigten; einige lieĂen sich durch Gesandte vertreten. Nach seinem Tod 1439 entwickelte sich der Oberlausitzer Landtag als wichtigstes Instrument stĂ€ndischer Freiheit.
1469 sagten sich die Oberlausitzer StĂ€nde vom böhmischen König Georg von Podiebrad los, weil dieser dem utraquistischen (kalixtinischen) Bekenntnis anhing, das der Papst auch in seiner gemĂ€Ăigten Form als ketzerisch verurteilt hatte. Die Oberlausitzer erkannten den Gegenkönig Matthias Corvinus von Ungarn an, der alle böhmischen NebenlĂ€nder (MĂ€hren, Schlesien und die Lausitzen) unter seine Herrschaft bringen, Böhmen selbst aber nie erobern konnte. Bis zum Frieden von OlmĂŒtz (1479) nahmen auch die Oberlausitzer an dem Krieg um die Böhmische Krone teil. Matthias versuchte die Verwaltung seiner LĂ€nder effizienter zu gestalten. In Schlesien setzte er deshalb einen Oberlandeshauptmann ein, dem auch die beiden Lausitzen unterstellt wurden. Die Oberlausitzer StĂ€nde sahen in dieser MaĂnahme eine GefĂ€hrdung ihrer Autonomie.
Mit dem Tod von Matthias Corvinus wurde die Oberlausitz 1490 auch real wieder ein Bestandteil des böhmischen Königreiches. Der im Land verhasste Landvogt Georg von Stein wurde sofort nach dem Tod seines Herren von der Bautzener Ortenburg vertrieben.
Oberlausitzischer Landtag
Ende des 15. Jahrhunderts hatte sich das politische System des Markgraftums weitgehend gefestigt. Stellvertreter des abwesenden Landesherren war der Landvogt der Oberlausitz, welcher traditionell aus dem Adel eines der böhmischen KronlÀnder berufen wurde. Vor 1620 ist lediglich einmal ein Oberlausitzer Landvogt geworden. In Bautzen und Görlitz gab es noch je einen Amtshauptmann. Diese drei Beamten bildeten mit einigen SekretÀren die gesamte königliche Verwaltung.
Machtzentrum des Landes war der stĂ€ndische, oberlausitzische Landtag. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zur Teilung der Oberlausitz infolge des Wiener Kongresses setzte sich der Landtag aus zwei StĂ€nden zusammen, nĂ€mlich âdas Landâ, gebildet aus den Landsassen, worunter die Standesherrschaften, die landsĂ€ssige Ritterschaft sowie das Domstift zu Bautzen, die Zisterzienserinnenklöster St. Marienstern, St. Marienthal und das Magdalenerinnenkloster Lauban fielen, sowie als zweiten Stand âdie StĂ€dteâ, womit die SechsstĂ€dte der Oberlausitz gemeint waren, weshalb man seit dem 14. Jahrhundert auch die StĂ€nde als âLand und StĂ€dteâ bezeichnete. Jeder Stand beriet zunĂ€chst fĂŒr sich allein, das âLandâ auf besonderen Tagen, die SechsstĂ€dte auf besonderen StĂ€dtetagen. Ohne Einvernehmen konnte kein Landtagsbeschluss gefasst werden, da die zwei StĂ€nde auf dem oberlausitzischen Landtag jeweils nur eine Stimme hatten. Diese Regelung blieb unverĂ€ndert bis zur Teilung der Oberlausitz als Folge des Wiener Kongresses. Die politische Einheit des Landes wurde somit durch beide StĂ€nde dargestellt. Der Landesherr, vertreten durch den Landvogt, bestimmte, falls die zwei StĂ€nde sich nicht einigen konnten.
Höchstes Gericht war das Gericht von Land und StĂ€dten, das von beiden StĂ€nden gemeinsam gebildet wurde. Eine dort gefĂ€llte Entscheidung war endgĂŒltig. An die Gerichte des Königs in Prag durfte nicht appelliert werden.
Zwischen Adel und StÀdten gab es im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts Konflikte, die die Frage der Obergerichtsbarkeit der StÀdte in deren Weichbild und die Höhe der Anteile, die die beiden StÀnde jeweils von den landesherrlichen Steuern aufzubringen hatten, betrafen.
Der Versuch des Adels, neben der Ritterschaft auch die PrÀlaten und Herren als weitere StÀnde zu etablieren, scheiterte; es blieb bis zum Wiener Kongress bei den zwei StÀnden mit Stimmengleichheit.
Herausbildung des Namens Oberlausitz
Im Unterschied zur spĂ€teren Niederlausitz, dem alten Land der Lusitzi, fehlte der spĂ€teren Oberlausitz, dem Land der Milzener, ein einheitlicher Landschaftsname.cite-ref-martin-reuther-10-0[10] FĂŒr das Gebiet zwischen der Pulsnitz im Westen und dem Queis im Osten waren bis ins 16. Jahrhundert verschiedene Bezeichnungen gebrĂ€uchlich: âdas ganze Land Budissinâ oder âdie LĂ€nder Budissin und Görlitzâ.
Dass die GrĂŒndung des SechsstĂ€dtebundes im Jahr 1346 schon bald zu einem neuen Landesnamen fĂŒhrte, hing damit zusammen, dass ihm nicht nur die königlichen StĂ€dte Bautzen, Görlitz, Lauban, Löbau und Kamenz angehörten, sondern auch das bis dahin böhmische Zittau, das erst infolge dieses Bundes in das Bautzener Markgraftum eingegliedert wurde.cite-ref-lenka-bobkova-11-0[11]
In dieser Zeit setzte sich auch fĂŒr das Markgraftum die Bezeichnung âLand der SechsstĂ€dteâ oder kurz âSechsstĂ€dteâ durch, in der griechischen Form âHexapolisâ oder âterra hexapolitanaâ.cite-ref-hermann-knothe-12-0[12]
Die Herausbildung des heutigen Landesnamens vollzog sich nicht aus einer Bekundung der StĂ€dte und StĂ€nde als TrĂ€ger einer regionalen IdentitĂ€t, sondern von auĂen. Seit dem 15. Jahrhundert wurde der Name Lusatia von der heutigen Niederlausitz immer öfter auf die heutige Oberlausitz ausgedehnt. Erstmals wurde der Name Lusatia in der Matrikel der 1409 gegrĂŒndeten UniversitĂ€t Leipzig fĂŒr die gesamte heutige Lausitz verwendet. 1474 untertitelte man erstmals in der Kanzlei des Ungarnkönigs Matthias Corvinus das SechsstĂ€dteland als Lusatia superior, also Oberlausitz. Erst in der Mitte des folgenden Jahrhunderts wurde nach und nach der Landesname von den Einwohnern, den regionalen IdentitĂ€tstrĂ€gern, selbst gebraucht.cite-ref-hermann-knothe-12-1[12]
Reformation
Nur wenige Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg (1517) breitete sich das reformatorische Gedankengut auch in die Oberlausitz aus. In Görlitz, Zittau und Bautzen wurden von Franz Rothbart, Lorenz Heidenreich und Paul Bosak die ersten evangelischen Predigten 1520 beziehungsweise 1521 gehalten.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Der Adel und die StadtrĂ€te hatten fĂŒr die neue kirchliche Bewegung allerdings wenig ĂŒbrig und versuchten, ihre Ausbreitung zu verhindern. Auch der König wandte sich mit scharfen Mandaten gegen die reformatorischen Bestrebungen in den Lausitzen. In Görlitz und Bautzen gaben die stĂ€dtischen Obrigkeiten aber bald dem Druck der Bevölkerung nach und fĂŒhrten die Reformation in den Jahren 1523 und 1524 offiziell ein. Die VerĂ€nderungen hin zum neuen Kirchenwesen wurden aber nur in kleinen vorsichtigen Schritten vollzogen. Insbesondere das Bautzener Kollegiatstift widersetzte sich erfolgreich und blieb auf Dauer katholisch. Insgesamt dauerte es Jahrzehnte, bis sich die lutherische Lehre in den meisten Pfarreien des Landes endgĂŒltig durchgesetzt hatte. Das lag daran, dass in der Oberlausitz nicht der LandesfĂŒrst die Reformation einfĂŒhrte, sondern alle Ortsobrigkeiten (die RĂ€te der StĂ€dte und die adligen Grundherren) fĂŒr die unter ihrem Patronat stehenden Kirchen die neue Konfession anordneten und somit selbstĂ€ndig ĂŒber die Hinwendung zum Protestantismus entschieden.
Habsburgerherrschaft von 1526 bis 1635
| Kaiser Ferdinand I. | 1526â1564 |
|---|---|
| Kaiser Maximilian II. | 1564â1576 |
| Kaiser Rudolf II. | 1576â1611 |
| Kaiser Matthias | 1611â1619 |
| König Friedrich I. | 1619â1620/21 |
| Kaiser Ferdinand II. | 1620/21â1635 |
Nach dem Tod des böhmischen und ungarischen Königs Ludwig II. in der Schlacht von MohĂĄcs wĂ€hlten die böhmischen StĂ€nde Ferdinand I. zum König von Böhmen, der in dieser Eigenschaft auch Landesherr der Oberlausitz wurde. Allerdings hatten die StĂ€nde ihn schon vorher als ihren Erbherren anerkannt, weil er der Schwager Ludwigs II. war. Zum Landvogt setzte der neue König Zdislav Berka von DubĂĄ ein, der am Prager Hof auch das Amt des Landhofmeisters verwaltete. ZunĂ€chst Ă€nderten sich die inneren VerhĂ€ltnisse der Oberlausitz unter der neuen Herrschaft nur geringfĂŒgig. Nach wie vor bestimmte der Streit zwischen dem Landadel und den SechsstĂ€dten das politische Leben. Die Auseinandersetzungen wurden dabei mit allen Mitteln der Diplomatie gefĂŒhrt. Beide Seiten versuchten den König auf ihre Seite zu ziehen. Ferdinand fĂ€llte jedoch widersprĂŒchliche Entscheidungen. So kamen auf Vermittlung der königlichen Beamten 1530 und 1534 in Prag zwei VertrĂ€ge zustande. Einmal wurden die StĂ€dte begĂŒnstigt und einmal der Adel. Auf diese Weise konnte kein dauerhafter Ausgleich gefunden werden.
Ferdinands inkonsequente Oberlausitz-Politik war der schwierigen Gesamtsituation geschuldet, in der sich der österreichische Habsburger befand. Einerseits hatte er Konflikte mit den mĂ€chtigen utraquistischen StĂ€nden in Böhmen zu bestehen, andererseits brauchte er die Hilfe der StĂ€nde aller seiner LĂ€nder, um den TĂŒrkenkrieg finanzieren zu können. So stiegen auch die königlichen Steuerforderungen stetig, die Ferdinands Kommissare nun beinahe jĂ€hrlich auf den Oberlausitzer Landtagen vorbrachten. Der König konnte es sich deshalb nicht leisten, die StĂ€nde dauerhaft zu verĂ€rgern. An einen Ausbau der landesherrlichen Gewalt war unter diesen UmstĂ€nden nicht zu denken. Auch gegen den immer weiter um sich greifenden Protestantismus konnte der katholische König nicht aktiv eingreifen.
1537 besuchte Ferdinand I. das einzige Mal in seiner langen Regierung die Oberlausitz. Er hielt sich kurz in Bautzen und Görlitz auf und nahm auf der Ortenburg die Landeshuldigung entgegen. Bei dieser Gelegenheit bekamen Land und StÀdte ihre alten Privilegien bestÀtigt, so dass die wenige Jahre zuvor ausgehandelten Prager VertrÀge obsolet wurden.
1546 wurde die Oberlausitz in den Schmalkaldischen Krieg hineingezogen, an dem König Ferdinand auf Seiten seines Bruders Karl V. teilnahm. WĂ€hrend die utraquistischen StĂ€nde Böhmens dem König offen den Gehorsam verweigerten und nicht gegen die Protestanten des Schmalkaldischen Bundes ins Feld zogen, verhielten sich Land und StĂ€dte der Oberlausitz abwartend. Die mehrheitlich evangelischen StĂ€nde sahen sich dann 1547 aber doch genötigt, Ferdinand Geld und Truppen zur VerfĂŒgung zu stellen, obwohl der Wittenberger Theologe Johannes Bugenhagen alle Protestanten der böhmischen LĂ€nder in seiner âChristlichen Vermahnungâ eindringlich aufgefordert hatte, nicht gegen ihre Glaubensgenossen zu kĂ€mpfen.
Durch einen Zufall zogen sich die SechsstĂ€dte den Zorn König Ferdinands zu. Sie hatten ihre Truppen nur fĂŒr zwei Monate bewilligt und diese zogen, als die Zeit um war, aus dem Heerlager an der Elbe ab. Das war nun gerade am Vorabend der Entscheidungsschlacht bei MĂŒhlberg. Der Befehl, die Söldner weiter bereitzuhalten, hatte die StĂ€dte nicht rechtzeitig erreicht. Als der Krieg gegen die FĂŒrsten des Schmalkaldischen Bundes gewonnen war, lud Ferdinand I. die Vertreter der SechsstĂ€dte nach Prag vor, wo sie sich vor ihm zu verantworten hatten. In einer Art Schauprozess wurden die StĂ€dte verurteilt und verloren all ihre Privilegien sowie ihren gesamten Landbesitz. Ăberdies mussten sie die enorme Summe von 100.000 Gulden Strafe an den König zahlen. Dieses Ereignis ging als der Oberlausitzer Pönfall in die Geschichte ein. Die groĂe Macht der StĂ€dte war gebrochen, von nun an hatten sie kein Ăbergewicht ĂŒber den Landstand mehr.
Die folgenden Jahre waren von den Anstrengungen der StĂ€dte gekennzeichnet, alte Positionen zurĂŒckzugewinnen. So wurden zahlreiche LandgĂŒter, die man im Pönfall an den König abgetreten hatte, zurĂŒckgekauft und zahlreiche alte Privilegien bei der Prager Hofkanzlei erneut erworben. Seit 1560 konnten alle SechsstĂ€dte ihre RĂ€te und Richter wieder selbst einsetzen. Im selben Jahr einigten sich die StĂ€nde mit dem König auf die so genannte Abhandlung. In diesem Dokument wurden die umfangreichen Rechte der StĂ€nde festgeschrieben und von Ferdinand I. offiziell anerkannt.
Im Jahr 1562 erteilte Ferdinand I. den StĂ€nden die so genannte Obergerichtsgnade. Seitdem hatten der gesamte Adel und auch wieder die StĂ€dte die vollstĂ€ndige Gerichtsgewalt ĂŒber ihre Untertanen. Damit kamen die von Ferdinand vorgenommenen Ănderungen an der Oberlausitzer Landesverfassung zum Abschluss. Der um die Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffene Zustand blieb im GroĂen und Ganzen unverĂ€ndert bis 1815 in Kraft und bestimmte das VerhĂ€ltnis der StĂ€nde untereinander und auch zu ihrem Landesherren. Bereits 1544 hatte der Kaiser in der nach ihm benannten Decisio Ferdinandea dem Adel das Privileg des Vorritts zugestanden und die Rechte der groĂen Oberlausitzer Herrschaften Muskau, Seidenberg und Hoyerswerda definiert. 1548 wurde das neu geschaffene Prager Appellationsgericht als letzte Berufungsinstanz fĂŒr die Oberlausitzer Gerichtsbarkeit festgeschrieben und ein Jahr spĂ€ter wurde mit der Landeshauptmannschaft ein wichtiges neues Amt geschaffen. Der Landeshauptmann sollte die königlichen Rechte â vor allem in Bezug auf die Steuern und Abgaben â durchsetzen. Er wurde immer aus dem einheimischen Adel berufen und unterstand der Böhmischen Kammer in Prag.
1549 wurde mit Christoph von Dohna zum ersten Mal ein einheimischer protestantischer Adliger zum Landvogt berufen. Der Besitzer der Herrschaft KönigsbrĂŒck machte sich aber in kurzer Zeit beim Adel und den StĂ€dten unbeliebt, weil er korrupt war und die Gerichte nicht ordnungsgemÀà verwaltete. Die StĂ€nde verklagten Dohna deshalb beim König in Prag (die Klageschrift umfasste ĂŒber 100 Punkte), aber noch vor dem Ende des Prozesses starb der Landvogt (1560) und bis zum DreiĂigjĂ€hrigen Krieg wurden nach alter Tradition nur noch böhmische oder schlesische Adlige zu Landvögten in Bautzen berufen.
Seit den fĂŒnfziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts kam es zu einer Stabilisierung der im Lande ĂŒbrig gebliebenen katholischen Institutionen. Dies war im Wesentlichen der Politik des 1559 ins Amt gekommenen Bautzener Domdekans, Johann Leisentrit zu verdanken. Kaiser Ferdinand hatte ihn zum Kommissar fĂŒr Religionssachen in den beiden Lausitzen ernannt. Leisentrit war damit nominell die kirchliche Obrigkeit fĂŒr Katholiken und Protestanten. Er nutzte diese Stellung, um die noch vorhandenen katholischen Pfarreien fĂŒr seine Konfession zu erhalten, verhielt sich aber sonst den Evangelischen gegenĂŒber tolerant. Als Kaiser Maximilian II. 1564 auch in der Oberlausitz die Nachfolge seines Vaters antrat, gestattete er den StĂ€nden erstmals offiziell die Confessio Augustana. Diese Zusicherung wurde auch von seinen Nachfolgern bei den Landeshuldigungen immer wieder neu gegeben.
Bildung und Kultur nahmen in der zweiten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts einen Aufschwung. In den StĂ€dten Görlitz, Zittau und Bautzen wurden Gymnasien gegrĂŒndet, die nicht nur von BĂŒrgersöhnen, sondern auch von den Söhnen des Oberlausitzer und zunehmend auch des böhmischen und niederschlesischen Adels besucht wurden. Auch in den anderen StĂ€dten Löbau, Kamenz, Lauban und selbst in kleineren LandstĂ€dten wurden die Schulen ausgebaut. Bautzen wiederum erhielt als Druckort zumindest regionale Bedeutung. Der Görlitzer BĂŒrgermeister BartholomĂ€us Scultetus erstellte Ende des 16. Jahrhunderts die erste Landkarte der Oberlausitz.
Ende des 16. Jahrhunderts verschĂ€rften sich in Europa und nicht zuletzt auch in Böhmen die konfessionellen Konflikte. In den LĂ€ndern der Böhmischen Krone war dies einmal den Fortschritten der Gegenreformation geschuldet, die der pĂ€pstliche Nuntius in Prag, der dortige Erzbischof und der Bischof von OlmĂŒtz, besonders aber die Jesuiten langsam erzielten. Der andere Grund bestand im Erstarken des nicht in den Augsburger Religionsfrieden einbezogenen Calvinismus. In den böhmischen und österreichischen LĂ€ndern war der religiöse Konflikt zusĂ€tzlich von der Auseinandersetzung um die Macht im Staat ĂŒberlagert. Sollte diese vornehmlich bei den mehrheitlich protestantischen StĂ€nden oder aber ganz in der Hand des Kaisers liegen? Obwohl in der Oberlausitz die StĂ€nde das politische Ăbergewicht hatten und die Religionsfrage im GroĂen und Ganzen geklĂ€rt schien, wurde auch das kleine Markgraftum von den politischen Unruhen im benachbarten Böhmen angesteckt. Die protestantische Mehrheit war besorgt, dass die Gegenreformation auch auf die Oberlausitz ĂŒbergreifen könnte und die katholischen Domherren in Bautzen waren lĂ€ngst nicht mehr so kompromissbereit und entgegenkommend wie zur Ăra Leisentrit.
Anfang des 17. Jahrhunderts verschlechterten sich die Beziehungen der StĂ€nde zum damaligen Landesherren Rudolf II. Man war unzufrieden wegen der stetig steigenden Steuerforderungen wegen der TĂŒrkenkriege, denn der Kaiser konnte dabei keine greifbaren Erfolge erzielen. Schon die Schaffung des Amts eines Kammerprokuratoren (dieser sollte die finanziellen AnsprĂŒche des Landesherrn besser durchsetzen) im Jahr 1595 hatte das Missfallen der StĂ€nde erregt. Gemeinsam mit den Schlesiern beschwerte man sich auĂerdem ĂŒber die Böhmische Hofkanzlei und verlangte die Einrichtung einer eigenen Kanzlei fĂŒr die deutschsprachigen NebenlĂ€nder der Krone Böhmen.
Nachdem die Protestanten Schlesiens und Böhmens dem durch den habsburgischen Bruderzwist geschwĂ€chten Kaiser 1609 MajestĂ€tsbriefe abgetrotzt hatten und damit landesrechtlich anerkannt waren, wollten auch die Oberlausitzer solch eine Urkunde erlangen. Ihre BemĂŒhungen blieben aber erfolglos. Auch Kaiser Matthias, der Rudolf II. 1611 auf dem böhmischen Thron nachfolgte, verweigerte den protestantischen Oberlausitzern den MajestĂ€tsbrief. Dies war einer der wichtigsten GrĂŒnde, dass sich die Oberlausitz 1618/19 nach dem zweiten Prager Fenstersturz dem böhmischen StĂ€ndeaufstand anschloss.
Als die Unruhen in Böhmen begannen, verhielten sich die Oberlausitzer StĂ€nde zunĂ€chst passiv. Sie ignorierten die dringenden Aufforderungen der Böhmen, sie im Krieg gegen die Habsburger zu unterstĂŒtzen. Erst nach dem Tod Kaiser Matthias im MĂ€rz 1619 Ă€nderten sie ihre Politik. Sie traten der Böhmischen Konföderation bei und waren an der Absetzung Ferdinands II. und der Wahl Friedrich V. (Beiname: Winterkönig) zum König von Böhmen beteiligt. Ziel der protestantischen StĂ€nde des Markgraftums war es, die Oberlausitz zu einem vollstĂ€ndig protestantischen Land zu machen. Sie wollten das katholische Bautzener Domstift beseitigen, in den wenigen noch katholischen Orten protestantische Pfarrer einfĂŒhren und endlich eine eigene Landeskirche grĂŒnden. Das militĂ€rische Risiko und die damit verbundenen Kosten fĂŒr die Aufstellung von Truppen fĂŒr den durch die katholische Liga bedrĂ€ngten Winterkönig trugen sie allerdings nur ungern und als der Krieg auf die Oberlausitz ĂŒbergriff, waren sie nicht in der Lage, wirksamen Widerstand zu leisten. Ohne gröĂere Kampfhandlungen konnte der mit Ferdinand II. verbĂŒndete KurfĂŒrst Johann Georg von Sachsen zwischen September 1619 und Januar 1620 die Oberlausitz besetzen.
FĂŒr seine militĂ€rische Hilfe gegen die aufstĂ€ndischen böhmischen LĂ€nder war dem sĂ€chsischen KurfĂŒrsten vom Kaiser finanzielle EntschĂ€digung zugesagt worden. Wenn nicht bezahlt wurde, sollten die Lausitzen als Pfand an den Wettiner ĂŒbergeben werden. Ferdinand II. konnte nicht zahlen und musste 1623 die Pfandschaft ĂŒber beide MarkgraftĂŒmer einrĂ€umen. Die Ăbergabe wurde im so genannten Immissionrezess geregelt. Dadurch entging die Oberlausitz der kaiserlichen Gegenreformation, die in den 1620er Jahren in Böhmen und MĂ€hren zum Verbot der protestantischen Bekenntnisse und Kirchen fĂŒhrte. In der Folgezeit kamen viele GlaubensflĂŒchtlinge aus Böhmen in die Oberlausitz. Sie siedelten sich vor allem in Zittau und den benachbarten Weberdörfern im Lausitzer Bergland an und sorgten dort durch ihren GewerbefleiĂ fĂŒr einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Unter sĂ€chsischen KurfĂŒrsten von 1635 bis zur Teilung 1815
Der Prager Frieden von 1635 band die beiden Lausitzen (Ober- und Niederlausitz) an das KurfĂŒrstentum Sachsen.
Die Oberlausitz wurde dem sĂ€chsischen KurfĂŒrsten Johann Georg I. formal durch den Traditionsrezess in Görlitz am 14/24. April 1636 als erbliches böhmisches Lehen ĂŒbergeben. Damit verbunden war die Regelung, dass die religiösen VerhĂ€ltnisse des âMarkgraftums Oberlausitzâ unangetastet blieben und die LandstĂ€nde ihre Rechte behielten. Die Oberlausitz verblieb somit staatsrechtlich ein eigenes Land und durfte mit den SĂ€chsischen Kernlanden nicht verschmolzen werden. Damit griff auch SĂ€chsisches Landesrecht nicht zwingend auf die Oberlausitz durch und musste durch die Versammlung der StĂ€nde auf dem Landtag beschlossen werden.
Im Jahr 1666 errichtete Johann Georg II. fĂŒr die Oberlausitz, in der er das MĂŒnzrecht besaĂ, die MĂŒnzstĂ€tte Bautzen, um fĂŒr den Handelsverkehr mit Schlesien und Böhmen eine geeignete MĂŒnze zu schaffen. Da die kursĂ€chsischen StĂ€nde wegen der wertgeminderten PrĂ€gungen Bedenken Ă€uĂerten und der erhoffte Gewinn aus der VermĂŒnzung ausblieb, wurde die MĂŒnze bereits im folgenden Jahr geschlossen und ihre Ausstattung in die Dresdner MĂŒnze gebracht.
Die Religionsfreiheit (konkreter: der Standesherr bestimmte die Religion â âCuius regio, eius religioâ; lateinisch fĂŒr Wessen Gebiet, dessen Religion) hatte nicht nur zur Folge, dass in der ĂŒberwiegend evangelischen Oberlausitz die beiden katholischen Klöster St. Marienstern (Panschwitz-Kuckau) und St. Marienthal (Ostritz) sowie das Domstift Bautzen erhalten blieben, sondern dass sich auch evangelische GlaubensflĂŒchtlinge aus Böhmen, die Böhmischen BrĂŒder, ansiedelten. Bekannteste Ansiedlung ist die Herrnhuter BrĂŒdergemeine in Herrnhut, die ab 1722 durch den Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf ermöglicht und gefördert wurde.cite-ref-16[16]
Durch Adolph Traugott von Gersdorf und Karl Gottlob Anton wurde 1779 die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gegrĂŒndet. Im Jahr 1811 begrĂŒndete der Tuchkaufmann Johann Gottlieb Kretzschmar die âOrnithologische Gesellschaft zu Görlitzâ, die heutige Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz.
In der Schlacht bei Bautzen am 20./21. Mai 1813 konnte Napoleon I. seinen letzten gröĂeren Sieg erringen.
SĂ€chsische und preuĂische Oberlausitz (1815â1945)
Als Nebenabsprache auf dem Wiener Kongress (1815) musste der sĂ€chsische König die Teilung des Königreiches Sachsen und somit groĂe Gebietsverluste zu Gunsten PreuĂens hinnehmen. Unter anderem musste die HĂ€lfte der Oberlausitz mit Görlitz abgetreten werden. Die Oberlausitzer StĂ€nde hatten bis zuletzt versucht, die Teilung des Landes zu verhindern. Unter anderem hatten sie sich mit einer Bittschrift an den österreichischen Kanzler Metternich gewandt. Jedoch blieb diese Initiative ohne Erfolg. Die neue Grenze durchschnitt das Land von Nordwesten nach SĂŒdosten. Sie verlief sĂŒdlich von Ruhland und Wittichenau in Richtung Reichenbach/O.L., traf sĂŒdlich von Görlitz auf die Lausitzer NeiĂe und verlief entlang der Wittig bis zur böhmischen Grenze (alle hier genannten Orte fielen an PreuĂen). Die willkĂŒrlich gezogene Grenze zerschnitt eine in 800 Jahren gewachsene politische, wirtschaftliche, kulturelle und kirchliche Einheit: Von den SechsstĂ€dten gehörten nunmehr zwei (Görlitz und Lauban) zum preuĂischen Staat. Die Wirksamkeit der alten Oberlausitzer StĂ€ndeversammlung blieb auf das sĂ€chsische Restgebiet beschrĂ€nkt. Das Siedlungsgebiet der Obersorben war nun auf zwei Staaten aufgeteilt. Die kirchliche Autonomie der Protestanten fand in der Oberlausitz ihr Ende und sie wurden in die Kirche der AltpreuĂischen Union, Kirchenprovinz Schlesien eingegliedert. Die wenigen Katholiken der Lausitzer Administratur wurden ebenfalls geteilt. Die Dörfer der beiden Klöster St. Marienstern und St. Marienthal lagen nun beiderseits der Grenze. Die katholischen Pfarreien der preuĂischen Oberlausitz wurden schlieĂlich 1821 dem FĂŒrstbistum Breslau unterstellt. Die preuĂische Regierung begann nach 1815 in ihrem Teil der Oberlausitz sofort mit der dringend notwendigen Modernisierung der Verwaltung. Nach einigen Experimenten waren in den 1820er Jahren die Landkreise Lauban, Görlitz, Rothenburg und Hoyerswerda gebildet und in die Provinz Schlesien integriert worden. Erst seit diesem verhĂ€ltnismĂ€Ăig spĂ€ten Zeitpunkt dehnte sich das schlesische Gebiet ĂŒber den Queis nach Westen aus. Vorher hatte die Oberlausitz nie zu Schlesien gehört, wenngleich beide LĂ€nder vom 13. bis 17. Jahrhundert zumeist von einem gemeinsamen Landesherren, dem böhmischen König, regiert worden waren. 1945 kamen die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland verbliebenen preuĂischen Teile der Oberlausitz wieder zu Sachsen, die sĂ€chsisch-preuĂische Teilung wich einer deutsch-polnischen Teilung.
Vor allem im sĂŒdlichen Teil der sĂ€chsischen Oberlausitz, aber auch im preuĂischen Teil der Oberlausitz konnte man nach 1815 erfolgreich an alte Traditionen vor allem bei der Herstellung von Textilien, aber auch in vielen anderen Gewerben anknĂŒpfen. Die Region gehörte zu den frĂŒhen Industriegebieten Deutschlands. Bereits seit 1836 fanden sich GeschĂ€ftsleute aus Sachsen und PreuĂen zusammen, um die Eisenbahnstrecke DresdenâBreslau quer durch die Oberlausitz zu planen und zu bauen. Baubeginn war 1844, zwei Jahre spĂ€ter war der Oberlausitzer Anteil der Strecke bis Löbau fertig gestellt und im September 1847 verkehrten die ZĂŒge durchgehend von Dresden nach Breslau.
Durch die sĂ€chsische Verfassung von 1831 wurde die rechtliche Sonderstellung der Oberlausitz beseitigt. Das traditionelle stĂ€ndische Herrschaftssystem wurde in den folgenden Jahren schrittweise durch die Institutionen des modernen Staats ersetzt. FĂŒr das Gebiet der sĂ€chsischen Oberlausitz wurde die Kreishauptmannschaft Bautzen gebildet. Bis in die 1850er Jahre dauerte die Ablösung der bĂ€uerlichen Bevölkerung aus der ErbuntertĂ€nigkeit.
In der preuĂischen Oberlausitz profitierte vor allem Görlitz von der Integration in den gröĂten deutschen Teilstaat. Eine breite Palette von Industriebetrieben siedelte sich an. Zu den gröĂten AbsatzmĂ€rkten Berlin und Breslau bestanden gute Bahnverbindungen.
Seit der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 waren die Sorben stĂ€ndig steigenden Repressionen ausgesetzt. Als Instrument der UnterdrĂŒckung konnten die neuen Machthaber auf die schon lĂ€nger bei der Amtshauptmannschaft Bautzen bestehende Wendenabteilung zurĂŒckgreifen. Ab 1937 wurden nach und nach all ihre Vereine und die gesamte sorbische Presse verboten. Auch der Unterricht in der Muttersprache und ebenso sorbischsprachiger Religionsunterricht waren nicht mehr gestattet, die kulturelle AusĂŒbung war somit eingeschrĂ€nkt. 1940 wurden alle sorbischen katholischen Priester aus der Oberlausitz ausgewiesen. Die nationalsozialistische Rassepolitik war gegenĂŒber den Sorben nicht eindeutig. Neben DemĂŒtigung und UnterdrĂŒckung stand bis in den Zweiten Weltkrieg hinein der Versuch, die Wenden in die âgermanische Herrenrasseâ zu integrieren. Deshalb wurden sie als âwendischsprachige Deutscheâ bezeichnet, um sie von den anderen Slawen zu separieren. Zahlreiche sorbischstĂ€mmige Ortsnamen wurden im Zuge der Germanisierung 1936/37 umbenannt. Ăberlegungen, das slawische Volk zur GĂ€nze in das Generalgouvernement zu deportieren, wurden aufgrund des Kriegsverlaufes nicht umgesetzt.
WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs blieb die Oberlausitz von Luftangriffen weitgehend verschont. 1945 wurde sie allerdings Kampfgebiet. ZunĂ€chst betraf das die Stadt Lauban, die im Februar bereits von der Roten Armee eingenommen worden war, von den Deutschen aber noch einmal zurĂŒckerobert wurde. Deshalb inszenierte der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels in Lauban seinen letzten Wochenschauauftritt mit den ĂŒblichen Durchhalteparolen. Im April 1945 fanden die letzten Kampfhandlungen in der NĂ€he von Bautzen und Kamenz statt. Sie standen im Zusammenhang mit Aktionen der Roten Armee, die einerseits auf die Einnahme Berlins, andererseits auf die Besetzung Dresdens und den VorstoĂ nach Böhmen abzielten. Hoyerswerda wurde durch einen Irrtum, es handele sich um das Alu-Werk Lauta, durch die britische Luftwaffe bombardiert. WĂ€hrend es in Bautzen noch zu kriegsbedingten Zerstörungen kam, konnten diese in Kamenz verhindert werden, denn einige BĂŒrger setzten sich ĂŒber die Befehle der Nazibehörden hinweg und ĂŒbergaben die Stadt ohne Widerstand an die Sowjets. Anders als viele Deutsche empfanden zahlreiche Sorben die Ankunft der Roten Armee als Befreiung von nationalsozialistisch-ethnischer Diskriminierung und forcierter Assimilation.
Neueste Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der östlich der NeiĂe gelegene Teil der Oberlausitz unter polnische Verwaltung. Die deutsche Bevölkerung wurde â soweit sie nicht schon in den letzten Kriegswochen geflohen war â bis zum Ende des Sommers 1945 vertrieben. Bald darauf wurden Polen (vor allem Menschen, die aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebieten vertrieben worden waren) angesiedelt. Im Ostteil der nunmehr geteilten Adresse gen adt Görlitz wurden in den ersten Nachkriegsjahren auch tausende FlĂŒchtlinge aus dem griechischen BĂŒrgerkrieg untergebracht. In den ersten Nachkriegskonferenzen vertrat die UdSSR die Forderung, die Oberlausitz der Tschechoslowakei zuzuschlagen, gab diese Position aber bald auf.
Der sorbische Dachverband Domowina gehörte zu den ersten demokratischen Vereinigungen, die von den sowjetischen Besatzungsbehörden wieder zugelassen wurden; der von ihr betriebene Aufbau des Hauses der Sorben erhielt nach anfĂ€nglichen Problemen staatliche UnterstĂŒtzung. Die Oberlausitz westlich der NeiĂe wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht dem Land Sachsen zugeteilt. Als die DDR-Regierung 1952 die LĂ€nder auflöste, wurde der gröĂte Teil des Landes dem Bezirk Dresden zugewiesen. Die Kreise Hoyerswerda und WeiĂwasser im Norden (mit mehreren Braunkohlegruben) wurden dem âEnergiebezirkâ Cottbus zugeschlagen.
Obwohl der deutsche Teil der Oberlausitz seit 1990 gröĂtenteils zu Sachsen gehört, hat die vor knapp 200 Jahren erfolgte Teilung des Landes tiefe Spuren hinterlassen. Besonders im Osten des Landes gibt es heute Streitigkeiten um die historische IdentitĂ€t. Eine Fraktion (verstĂ€rkt durch die 1945 ins Land gekommenen Vertriebenen und deren Nachfahren) betont das Erbe aus der preuĂisch-schlesischen Zeit. Diese Bestrebungen werden auch von lokalen Heimat- und Musikvereinen sowie Vertriebenen-Organisationen getragen. Die Region wird wegen der 130-jĂ€hrigen Zugehörigkeit zur preuĂischen Provinz Schlesien gelegentlich auch als Schlesische Lausitz oder niederschlesische Oberlausitz bezeichnet.
Die andere Seite verweist eher auf die jahrhundertelange Einheit der Oberlausitz vor dem Wiener Kongress und sieht in der Teilung von 1815 einen preuĂischen WillkĂŒrakt, da die neue sĂ€chsisch-schlesische Grenze eine historisch gewachsene Einheit durchschneide. Durch die jahrhundertelange Bindung der Oberlausitz an die Krone Böhmen vor der sĂ€chsischen Zeit gab es allerdings mit Schlesien viele historische und kulturelle Gemeinsamkeiten, weshalb die Herausbildung einer schlesischen IdentitĂ€t zwischen 1815 und 1945 ohne Schwierigkeiten erfolgen konnte.
Einen weiteren Anhaltspunkt fĂŒr dieses ambivalente VerhĂ€ltnis zu Sachsen und Brandenburg bot 2003 die Entscheidung der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Fusion mit der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und nicht mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Hauptgrund war wohl, dass die EKBB und die EKsOl aus der gemeinsamen preuĂischen Geschichte heraus beides unierte Kirchen waren, die sowohl lutherische als auch reformierte Wurzeln haben.
Als ab 1990 die sĂ€chsische Verfassung ausgearbeitet wurde und die Neugliederung der Kommunalverwaltung erfolgte, konnte sich die schlesische Fraktion durchsetzen. Deshalb erwĂ€hnt die PrĂ€ambel der sĂ€chsischen Verfassung die niederschlesischen Gebiete ausdrĂŒcklich als einen Landesteil mit besonderen historischen Traditionen und der 1994 an der NeiĂe neu gebildete Landkreis bekam den Namen Niederschlesischer Oberlausitzkreis. Ein eigenstĂ€ndiger Regierungsbezirk âNiederschlesienâ bzw. âOberlausitzâ mit Sitz in Görlitz, wie von einigen gefordert, wurde jedoch nicht gebildet. Mit der Kreisreform 2008 verschwanden sowohl die Bezeichnung Niederschlesien als auch die Bezeichnung Oberlausitz aus der administrativen Einteilung Sachsens.
Zur Geschichte
Kultur
Typisch fĂŒr die Oberlausitz ist im Sprachgebrauch ein ârollendes Râ, welches die Oberlausitzer Mundart prĂ€gt und vor allem in den höher liegenden Gemeinden gesprochen wird. An HĂ€usern sind im SĂŒden die UmgebindehĂ€user, eine Kombination aus Fachwerk- und Massivbauweise mit SchindeldĂ€chern typisch.
Der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund besteht seit 1999.
Forscher der Jacobs University entwickeln 2021 einen Heimatindex, auf dessen Grundlage Deutschland in 96 Raumordnungsregionen aufgeteilt wurde. Die Oberlausitz belegt hierbei Platz 1 von 96. Demnach leben die Menschen mit der höchsten Heimatverbundenheit in der sÀchsischen Oberlausitz.cite-ref-17[17]
Sagen und Brauchtum
Bekannte Geschichten und Sagen sind die des âPrager Hanselâ Johannes Karasek, die Sage ĂŒber Krabat oder ĂŒber Pumphut.
Die SonnenheiligtĂŒmer der Oberlausitz sind auffallende, meist legendenumwobene Felsen und Steinformationen im Oberlausitzer Bergland und angrenzenden Regionen, von denen angenommen wird, dass sie in vorgeschichtlicher Zeit fĂŒr kalendarische Sonnenbeobachtungen genutzt wurden.
Entgegen der Tradition des Osterfeuers in vielen Gebieten der Niederlausitz gibt es hier das Hexenfeuer zur Walpurgisnacht. In den sorbisch-katholischen Pfarrgemeinden sowie um Ostritz verkĂŒnden die Osterreiter am Ostersonntag die Auferstehung Christi. Vor allem im Gebiet des Lausitzer Berglands wird der Brauch des OsterschieĂens mit Karbid und Milchkanne gepflegt.
Seit 2014 findet jÀhrlich am 21. August der Tag der Oberlausitz oder Oberlausitztag statt. Dabei handelt es sich um einen regionalen Aktions- und Gedenktag, an dem die Bewohner und Freunde der Oberlausitz, Vereine, Einrichtungen und Betriebe aufgerufen sind, AktivitÀten und Veranstaltungen zu organisieren.cite-ref-18[18]
Feste und Veranstaltungen
âą Bautzener FrĂŒhling â Ende Mai
âą Tag des offenen Umgebindehauses â Ende Mai
âą Schiebocker Tage â Mitte Juni
âą Eibauer Bierzug â Ende Juni
âą Internationales Folklorefestival Lausitz â aller zwei Jahre Ende Juni bis Mitte Juli
âą Schlesischer Tippelmarkt â Mitte Juli
âą Jacobimarkt Neugersdorf (Gierschdurfer Schissân) â Ende Juli
âą Cunnerschdurfer Schiss'n â Ende Juli
âą Zittauer Stadtfest â Juli/August
âą Tag der Oberlausitz â 21. August (Festtage in der gesamten Oberlausitz jeweils vom Wochenende vor bis zum Wochenende nach dem 21. August)cite-ref-19[19]
âą Kamenzer Forstfest â August
âą Görlitzer Altstadtfest â Ende August/Anfang September
âą Kammermusikfest Oberlausitz â Ende August/Anfang September
âą Stadtfest Hoyerswerda â September
âą Lausitzer Fischwochen â September bis November
âą Neugersdorf im Feuerzauber (Ebersbach-Neugersdorf) â Anfang/Mitte Novembercite-ref-20[20]
âą Bautzener Wenzelsmarkt â Dezember
âą historischer Ruprechtmarkt (Ebersbach-Neugersdorf) â 4. Advent
Besondere Pflanzen
Die Pflanzenwelt der Oberlausitz wird durch die NaturrĂ€ume Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet im Norden, Oberlausitzer Gefilde in der Mitte sowie Lausitzer Bergland und Zittauer Gebirge im SĂŒden geprĂ€gt.
Zu besonderen Arten der Oberlausitz gehörten um 1900 das Grauscheidige Federgras, die Violette Königskerze und der Gewöhnliche Fransenhauswurz, weiterhin Wald-NabelnĂŒsschen, Attich, BreitblĂ€ttrige Glockenblume, der Hasenlattich sowie Hain-Greiskraut und der Behaarte KĂ€lberkropf.cite-ref-21[21]
Literatur
Allgemeine Abhandlungen
âą Collection derer dem statum des Marggrafthums Oberlausitz in Justiz-Polizey und anderen Sachen betreffenden Privilegien. 6 BĂ€nde und Register, Budissin 1770â1827.
⹠Johann Gottlieb Mischke: Das Markgrafthum Ober-Lausitz, Königlich-preussischen Antheils, in geschichtlicher, statistischer und topographischer Hinsicht. Görlitz 1861 (eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
âą Gottlieb Friedrich Otto: Lexikon der seit dem funfzehenden Jahrhunderte verstorbenen und jeztlebenden Oberlausizischen Schriftsteller und KĂŒnstler. 3 BĂ€nde, Görlitz 1800â1803 (dazu: Supplementband, hrsg. von M.J.D. Schulze, Görlitz/Leipzig 1821).
âą Johann Gottfried Theodor Sintenis: Die Oberlausitz, ein belehrendes und unterhaltendes Lesebuch,vorzĂŒglich fĂŒr alle Diejenigen, welche an diesem lande ganz besonderen Antheil nehmen. Zittau 1812 (Volltext in der Google-Buchsuche).
⹠Collectanea Lusatica. Sammlung Lausitzer Schriften und Akten. Findbuch. Bearbeitet von Tino Fröde, Olbersdorf 1997, OCLC 315120641.
⹠Joachim Bahlcke (Hrsg.): Geschichte der Oberlausitz. Herrschaft, Gesellschaft und Kultur vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. 2. durchgesehene Auflage. Leipziger UniversitÀtsverlag, Leipzig 2004, ISBN 3-935693-46-X. (eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
⹠Karlheinz Blaschke: BeitrÀge zur Geschichte der Oberlausitz. Oettel, Görlitz 2000, ISBN 3-932693-59-0.
âą Breslauer akademischer Verein fĂŒr lausitzsche Geschichte und Sprache: Die Vereinigung der Oberlausitz unter böhmischer Herrschaft im vierzehnten Jahrhundert. Breslau 1841. (Volltext in der Google-Buchsuche).
âą Guido Erbrich, Rafael Ledschbor, Anja Pohontsch, Mirko Pohontsch: Wo Krabat das Zaubern lernte. Unterwegs in der sorbischen Oberlausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 2010, ISBN 978-3-7420-2152-6.
âą Frank Fiedler, Uwe Fiedler: Lebensbilder aus der Oberlausitz â 60 Biografien aus Bautzen, Bischofswerda und Umgebung. Books on Demand, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-7197-6. cite-ref-22[22]
âą Tino Fröde: Privilegien und Statuten der Oberlausitzer SechsstĂ€dte â Ein Streifzug durch die Organisation des stĂ€dtischen Lebens in Zittau, Bautzen, Görlitz, Löbau, Kamenz und Lauban in der frĂŒhen Neuzeit. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2008, ISBN 978-3-933827-88-3.
âą Alfred Moschkau: FĂŒhrer durch die StĂ€dte Bautzen, Bischofswerda, Camenz, Löbau, Herrnhut, Görlitz, Lauban, Zittau und deren Umgebungen. Dietze, Dresden 1872 (Digitalisat in der SLUB)
âą Lutz Mohr: Geschichte-Geschicke-Gestalten. Auf historischer Spurensuche zwischen Oberlausitzer Bergland und Schluckenauer Zipfel. Oberlausitzer Verlag, Zittau 2019, ISBN 978-3-946795-22-3.
âą Alfred Moschkau: FĂŒhrer durch die Oberlausitz mit besonderer BerĂŒcksichtigung des Zittauer Gebirges (Oybin, Hochwald, Lausche, Isarkamm etc.) und des angrenzenden Böhmens, Verlag Louis Senf, Leipzig 1880 (Digitalisat in der SLUB)
âą Frank NĂŒrnberger (Hrsg.): Oberlausitz. Schöne Heimat. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2004, ISBN 3-933827-42-6.
âą Frank NĂŒrnberger: Bilder aus der Oberlausitz. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2009, ISBN 978-3-933827-98-2.
âą Siegfried Schlegel (Hrsg.): Die Oberlausitz, ein liebenswertes StĂŒck Deutschland â eine kleine Landeskunde. Bautzener Druck- und Verlagshaus, 2008, ISBN 978-3-930625-45-1.
âą Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch: Der Oberlausitzer Wald. Seine Geschichte und seine Struktur bis 1945. M. & H. Schaper. Hannover 1961. (Reprint: Oberlausitzer Verlag, Bautzen 2001, ISBN 3-933827-46-9)
âą Theodor Scheltz: Gesammt-Geschichte der Ober- und Nieder-Lausitz nach alten Chroniken und Urkunden bearbeitet.
⹠Band 1, Halle 1847 (eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
âą Hermann Knothe: Geschichte des Oberlausitzer Adels und seiner GĂŒter vom XIII. bis gegen Ende des XVI. Jahrhunderts. Leipzig 1879 (Digitalisat in der SLUB).
EnzyklopÀdische Artikel
âą Lausitz, Lexikon-Eintrag, in: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 12, Leipzig/Wien 1908, S. 254â257 (Zeno.org).
Reihe Werte der deutschen Heimat
âą Um Bautzen und Schirgiswalde (= Werte der deutschen Heimat. Band 12). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1967.
âą Die sĂŒdöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 16). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1970.
âą Zwischen Strohmberg, Czorneboh und Kottmar (= Werte unserer Heimat. Band 24). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1974.
âą Lausitzer Bergland um Pulsnitz und Bischofswerda (= Werte unserer Heimat. Band 40). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1983.
⹠Westliche Oberlausitz zwischen Kamenz und Königswartha (= Werte unserer Heimat. Band 51). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000708-7.
⹠Görlitz und seine Umgebung (= Werte der deutschen Heimat. Band 54). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1994, ISBN 3-7400-0932-2.
⹠Zwischen Löbau und Herrnhut (= Werte der deutschen Heimat. Band 56). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-0935-7.
⹠Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (= Werte der deutschen Heimat. Band 67). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2005, ISBN 978-3-412-08903-0.
Wirtschaftsgeschichte
⹠Erhard Hartstock: Teichwirtschaft in der Oberlausitz: Abrià der Geschichte von den AnfÀngen bis 1945 Taschenbuch, Lusatia-Verlag, 2004, ISBN 978-3-936758-08-5
âą Hermann Knothe: Geschichte des Tuchmacherhandwerks in der Oberlausitz bis Anfang des siebzehnten Jahrhunderts. Burdach, Dresden 1883 (Digitalisat)
âą Wolfgang Koschke, Steffen Menzel: Rennherd â Hammer â HĂŒttenwerk. Die Geschichte des Lausitzer Eisens, Verlag Gunter Oettel, Görlitz 2009, ISBN 978-3-938583-21-0 (enthĂ€lt einen Standortkatalog der EisenhĂ€mmer und EisenhĂŒtten sowohl im deutschen wie polnischen Teil der Oberlausitz)
⹠Steffen Menzel: Das Eisengewerbe der Oberlausitz vom SpÀtmittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 2008 (Digitalisat).
Weblinks
Commons
: Oberlausitz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Oberlausitz
â ReisefĂŒhrer
Wiktionary: Oberlausitz
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur ĂŒber die Oberlausitz in der SĂ€chsischen Bibliografie
âą Oberlausitz-Leben (Regionalperspektiven)
âą Private Website zur Region Oberlausitz
âą Linkkatalog zum Thema Oberlausitz bei curlie.org (ehemals DMOZ)
âą Lusatia-Verband e. V. â Netzwerk fĂŒr die Oberlausitz
Einzelnachweise
cite-note-11. â Torsten Richter: Die Oberlausitz ist auch Brandenburg. In: Lausitzer Rundschau, 15. Juni 2013.
cite-note-22. â Klima Bautzen. In: Climate Data. Abgerufen am 15. November 2022.
cite-note-saechs-3747509-33. â Sebastian Kositz: Der Klimawandel und die Folgen. In: SĂ€chsische Zeitung, 11. August 2017.
cite-note-44. â Steffen Gerhardt: Warum die Glocken verstummen. In: SĂ€chsische Zeitung, 1. Mai 2021.
cite-note-55. â Vgl. CMS-RBM I S. 68 Nr. 158.
cite-note-66. â vergl. z. B. Breslauer akademischer Verein fĂŒr lausitzsche Geschichte und Sprache: Die Vereinigung der Oberlausitz unter böhmischer Herrschaft im vierzehnten Jahrhundert. Breslau 1841 (Volltext)
cite-note-77. â Lenka BobkovĂĄ: Reisen der böhmischen Herrscher in die Oberlausitz wĂ€hrend des Mittelalters. In: Neues Lausitzisches Magazin, Bd. 143, Görlitz 2021, S. 7â32, hier: S. 12 f.
cite-note-88. â Richard Jecht: Bewegungen der Görlitzer Handwerker gegen den Rat bis 1396. In: Neues Lausitzisches Magazin, Bd. 84, 1908, S. 111 f.
cite-note-99. â Lenka BobkovĂĄ: Reisen der böhmischen Herrscher in die Oberlausitz wĂ€hrend des Mittelalters. In: Neues Lausitzisches Magazin, Bd. 143, Görlitz 2021, S. 7â32, hier: S. 17 f.
cite-note-martin-reuther-1010. â Martin Reuther: Die Oberlausitz als Geschichtsraum. Wesen und Eigenart. In: BlĂ€tter fĂŒr deutsche Landesgeschichte. Nr. 93, 1957, S. 102â128.
cite-note-lenka-bobkova-1111. â Lenka BobkovĂĄ: Zittau im SechsstĂ€dtebund und die Politik Karls IV. In: Gunter Oettel, Volker Dudeck (Hrsg.): 650 Jahre Oberlausitzer SechsstĂ€dtebund. 1346â1996. Bad Muskau 1997, S. 37â47 (Mitteilungen des Zittauer Geschichts- und Museumsvereins 25).
cite-note-hermann-knothe-1212. â Hermann Knothe: Die verschiedenen Benennungen des jetzigen Markgrafthums Oberlausitz. In: Archiv fĂŒr die sĂ€chsische Geschichte. Neue Folge, Nr. 1, 1875, S. 69â74.
cite-note-1313. â Johannes Soffner: Geschichte der Reformation in Schlesien. G. P. Aderholz, 1887 (google.de [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
cite-note-1616. â Herrnhuter, Abschnitt Vorgeschichte, Website herrnhuter-sterne.de (abgerufen am 22. September 2024)
cite-note-1717. â Wie heimatverbunden sind wir? Forschende der Jacobs University entwickeln Heimatindex. Abgerufen am 18. August 2022.
cite-note-1818. â Informationen zum Tag der Oberlausitz vom Landkreis Görlitz und von Hans Klecker
cite-note-1919. â Tag der Oberlausitz
cite-note-2020. â Neugersdorf im Feuerzauber
cite-note-2121. â Oscar Drude: Der Hercynische Florenbezirk: GrundzĂŒge der Pflanzenverbreitung im mitteldeutschen Berg- und HĂŒgellande vom Harz bis zur Rhön, bis zur Lausitz und dem Böhmer Walde. Engelmann, Leipzig 1902.
cite-note-2222. â Lebensbilder aus der Oberlausitz â 60 Biografien aus Bautzen, Bischofswerda und Umgebung. Abgerufen am 2. Februar 2022.
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